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Volkswagen Typ 11, Standard-Käfer 

Personenwagen offen

Erstzulassung: 20.01.1965
1600 cm³, 120 PS, 840 kg
Motor: 1,6 ltr. Golf GTI
K-Jetronik Einspritzanlage Bosch
Höchstgeschwindigkeit ca. 190 km/h
Bereifung: 195/50R15 / 5,5J x 15

mario

 

In fünf Jahren, zwischen 1995 und 2000, ist das Fahrzeug liebevoll und sorgfältig umgebaut worden. Mit einem Kostenaufwand von ca. 9000 Euro verwandelte sich der Standard-Käfer in einen offenen Renn-Käfer. Das kann man an einigen Details bewundern, z.B. der Auspuffanlage mit Fächerkrümmer und zwei Gruppe-A Schalldämpfer, gekürzten, verstell­baren Spaxstoßdämpfern vorne und hinten, einer Puma Vorderachse, einer Tafel-Bremsanlage mit vorne innenbelüfteten und hinten gelochten Scheiben, die bis 200 PS ausreichend sind. Man achte auch auf das elektrisch öffnende Handschuh- und Radiofach.

Dies ist der Beweis: Der Käfer fährt so manch einem davon.

Besitzer: Mario

 

 

 

 

 

Volkswagen Typ 11

"Export Käfer" mit Faltdach

1184 cm³, 22Kw/ 30 PS

6 Volt

1959er Produktion mit Blinker, aber auch noch Winker

(ab 1959: gesetzliche Blinker-Pflicht)

Erstzulassung: 9. August 1960

käfer gerd

 

Vorbesitzer war ein Tankwart aus Aachen, der das Fahrzeug technisch in Ordnung hielt. Nach seinem Tod konnte sich seine Frau noch lange Jahre von dem Wagen nicht trennen, obwohl sie ihn kaum fuhr. Als sie aus Altersgründen den Käfer dann doch abgab, stand eine Grundrestauration an. So wurde im Jahr 2002 aus dem weißen ein roter Käfer.

Besitzer: Gerd

 

 

 

 

 

 

 

 

Volkswagen Typ 4

LE Variant

Erstzulassung: 01.02.1973

1700 cm³, 80 PS

L-Jetronik Einspritzanlage Bosch

ralle

 

Das Auto wurde 1995 gekauft: ein echter Zufallsfund. Die Suche nach einem Ersatzmotor für einen Passat endete in Aachen in einer Garage eines Herrenhauses am Lousberg. Da war klar: Ohne dieses Auto verlässt ein echter Luftgekühlter diese Garage nicht. Und so fand der 412er seinen jetzigen Besitzer. Eine lückenlose Lebenslaufakte gab es noch dazu. Der Neubesitzer überholte den Motor und sorgte für eine Aufbereitung der Karosserie, das heißt natürlich: schweißen und lackieren. Jetzt ist es die perfekte Kutsche für Familienurlaube bis Italien, bis in die Bretagne und nach Ungarn. Auch vor dem Winter schreckt er nicht zurück, dann wärmt er mit einer Standheizung.

Besitzer: Ralle

Reiseberichte mit dem 412er

 

Eine Tour nach Berlin

Seit ein paar Jahren wohnt unser Sohn in der Hauptstadt und wir besuchen Ihn dort in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder. Im Frühsommer 2013 haben wir die erste Tour dorthin über Land gemacht, was uns neben neuen Eindrücken von Land und Leuten im Osten unserer Republik auch einige nette Geschichten rund um unseren Nasenbär bescherte.

Gestartet sind wir Westzipfler (Kreis Heinsberg) am späten Vormittag mit einer großen Menge an Mitbringseln der Verwandtschaft für den "verlorenen Sohn". Nach der üblichen Quälerei rund um Köln haben wir dann in Overath die Autobahn verlassen und uns eine Route über Land gesucht. Etappenziele sind nicht wirklich festgelegt bei solchen Touren, Hauptsache die grobe Richtung stimmt, und so bleibt immer Zeit auf regionale Besonderheiten oder lohnend erscheinende Umwege zu reagieren. Grundsätzlich versuche ich dabei meine "weißen Flecken" auf der Land-karte auszumerzen und neue Landstriche zu erkunden.

Wir wollten abends in Thüringen sein und so führte uns der Weg quer durch Sauer- und Siegerland sowie das Edertal in die Nähe Kassels. Von dort ging es ins Tal der Werra, wo wir in einem kleinen Kaff eine gemütliche Pension fanden. Der Besitzer war so angetan von unserem 412, dass wir den auf dem abgeschlossenen Hof parken durften. Die Unterkunft war herrlich gelegen mit Blick über das Tal und unschlagbar günstig. Beim Abendessen in dem einzig geöffneten Lokal im Ort haben wir einiges Aufsehen erregt; unsere Aussprache verriet uns schnell als Rheinländer und wir haben dann mit der Wirtin über die Vorzüge von thüringischen und rheinischen Knödeln diskutiert und einige regionale Biersorten verkostet. Da es in dem Dörfchen sonst nix gab, sind wir nach einem Spaziergang recht früh zu Bett gegangen.

Am nächsten Morgen früh wieder auf, tolles Frühstück mit riesigen frischen Eiern von glücklichen Hühnern aus dem Garten des Wirtes und dann los Richtung Eisenach. Da mal quer durch die Altstadt, Fototermin an der Wartburg und dann weiter in den Thüringer Wald bis hoch zum Rennsteig - tolle Gebirgsstraße! 

Auf der anderen Seite über Ruhla wieder runter und umgedreht, um quer durch den Hainich nach Bad Langensalza zu kommen. Weiter über Sonderhausen, durch den Kyffhäuser - mal eben Kaiser Barbarossa huldigen.....

...und via Sangerhausen nach Eisleben, Luthers Geburtsstadt. Da war Mittags-pause bei einer thüringischen Bratwurst auf dem Markt und wir wurden an Ampeln öfter mal geknipst. Aber nicht von den "Grünen", sondern von den Einheimischen, die noch nie einen Nasenbär gesehen hatten. Höhepunkt war eine Schar VW-Monteure an einem Zebrastreifen, die offensichtlich aus der Pause kamen; fragt ein junger Mann: "Meister, was ist denn das für ein VW?" Antwort: "Keine Ahnung, habe ich auch noch nie gesehen..."

 

Kleine Anekdote am Rande: In der Gegend dort waren uns vermehrt alte Halden aufgefallen und bei einem Tankstopp direkt gegenüber vieler "schwarzer Berge" habe ich die Kassiererin gefragt, was denn früher dort abgebaut wurde, dass so viele Halden übrig sind. Antwort: "Schlacke". Ich habe das dann nicht weiter hinterfragt, die junge Dame war offensichtlich ca. 25 Jahre lang ganz gut mit Ihrem Desinteresse / Halbwissen durchs Leben gekommen. Mittags bei der Bratwurst in Eisleben erzählte mir dann auf Nachfrage ein älterer Herr von der Jahrhunderte alten Kupfer-Bergbau-Tradition. Zu DDR-Zeiten war dann wohl tatsächlich ein großer Teil der Schlackeberge abgetragen und bis nach Holland gekarrt worden, um dort die großen Eindeichungsprojekte mit Material zu füttern........

 

Von Eisleben sind wir weiter gefahren nach Halle und dann bis zur A9. Erstmal Strecke machen auf der Autobahn, Sightseeing in Dessau etc. wollten wir auf der Heimfahrt erledigen. Kurz vor Potsdam erzählte das Radio von langen Staus auf der A10 und so sind wir in Beelitz wieder runter von der Bahn und auf der B246 einmal quer durch die Landschaften südlich von Berlin getuckert. Da kommt man über Trebbin nach Zossen und dann nach Königs-Wusterhausen.

Nachdem wir infolge mehrerer Baustellen zur dringend gebotenen Erweiterung der uralten Bundesstraße diverse Umwege und Baustellen erduldet hatten, haben wir dann noch geschlagene 25 min !!! an einem geschlossenen Bahnübergang verbracht und so dauerte das letzte Teilstück viiiiel länger als gedacht. Das führte dann dazu, dass wir fast zu spät an unserer Unterkunft ankamen. Aber gerade als die Besitzerin des Campingplatzes, auf dem wir einen fest stehenden Wohnwagen mit Seeblick gemietet hatten, nach Hause wollte, sind wir gegen 18:30 Uhr eingetroffen. Der 412 bekam einen Parkplatz in Sichtweite und dann sind wir in den See gesprungen.

ralle ddr2

Mein Schatz war vorher noch nie in Berlin und wollte am nächsten Morgen mal "die Stadt sehen". Auf meine Nachfrage, was denn genau Sie sich anschauen wolle, erntete ich einiges Unverständnis. Nun gut habe ich mir gedacht, machen wir mal eine Sightseeing-Tour mit dem Vari und verdeutlichen so die riesigen Entfernungen. Und so sind wir dann am nächsten Morgen von unserer Unterkunft im Südosten Berlins am Flakensee aufgebrochen Richtung Norden. Da kommt man nach ein paar Kilometern auf die B1 / B5, die einmal in Ost-West-Richtung quer durch ganz Berlin verläuft, und die bin ich dann abgeritten. Die anfangs noch einspurige Straße wird erst 2-spurig und führt durch noch recht ländlich anmutende Landschaften vorbei an Hoppegarten mit den vielen Gestüten rund um die Rennbahn. Schnell folgen dann die ersten Industriegebiete und große Wohnsiedlungen, die Straße wird 3-spurig. Endlose Plattenbauten bestimmen jetzt das Bild auf der Frankfurter Allee, man kann schon lange den Alex sehen, wenn auch ganz klein.

ralle ddr3

Vorbei am Tierpark geht es Richtung Friedrichshain und der Alex wird größer. Man merkt schnell, dass man sich auf der Vorzeigestraße - ehemals Stalin-Allee - der alten DDR befindet, große und an das Moskauer Vorbild angelehnte Architektur bestimmt das Straßenbild. Dann am Frankfurter Tor wird die Straße zur Karl-Marx-Allee, man merkt die City-Nähe.

Weiter zum Alex, abbiegen auf die B2, die hier schon Unter den Linden heißt. Man quert die Spree, passiert die Museumsinsel, den Dom, das neue Schloss (im Bau), die Humboldt-Universität - ja Schatz, dat is da wo der Jung studiert - und kommt zum Brandenburger Tor. Da muss man drum herum und dann am Reichstag vorbei wieder auf die Straße des 17. Juni, ab da immer die Goldelse im Blick.

Also weiter am Denkmal für die sowjetischen Soldaten vorbei durch den Tiergarten zur Siegessäule und immer geradeaus bis zum Olympiastadion. Hat mit Pausen ein paar Stunden gedauert, aber mein Schatz wusste jetzt wie groß die Stadt denn ist. Zurück zum Campingplatz sind wir dann durch das alte West-Zentrum mit Ku´damm etc und via Kreuzberg, Neukölln und Treptow um mal das "wahre Berlin" zu sehen. Alles in allem waren wir gut 130 Kilometer gefahren und hatten den ganzen Tag gebraucht. Moni hatte verstanden und den Rest des Urlaubs haben wir den 412 dann stehen lassen und alles gezielt mit der Bahn erledigt. War aber ein lustiger Trip, an jeder 2. Ampel sind wir durch´s offene Fenster auf den 412 angequatscht worden und ernteten viel Lob und Begeisterung.

Nach ein paar schönen Tagen mussten wir dann wieder nach Hause und sind erstmal nach Potsdam. Da gibt es soviel zu sehen, dass wir nach mehreren Stunden beschlossen nochmal wieder zu kommen und jetzt die Heimfahrt ansteht. Dann Richtung Werder, da - und NUR da - gibt es ein tolles Kirschbier. 

Ein paar Kisten abgegriffen und weiter zur A9. Dann auf die Autobahn, Kilometer fressen bei 150km/h bis nach Dessau. Da sind wir dann abgefahren, wir wollten ja noch zum Bauhaus. Nachdem eine 2-spurige Schnellstraße uns in die Peripherie der Stadt geführt hatte, waren wir schon auf dem Weg zu den Sehenswürdigkeiten, als wir an einem Bahnübergang warten mussten, da justament die Schranken fielen. Umweltfreundlich wie ich bin habe ich die Karre ausgemacht und gewartet. Nach ein paar Minütchen kam der Zug und anschließend hoben sich die Schranken, aber der 412 wollte nicht mehr anspringen; der tat keinen Mucks, nichtmal ein "Klick" vom Anlasser war zu hören. Hinter uns war eine lange Schlange wartender Fahrzeuge und die ersten hupten bereits. Aber Glück im Unglück: direkt vor dem rechten Vorderrad war die Einfahrt der örtlichen ATU-Werkstatt.

Also habe ich meinen Schatz ans Steuer gesetzt und den Kahn von der Straße geschoben. Das erregte sofort die Aufmerksamkeit der ATU-ler, die schnell bei der Hand waren und halfen, den 412 bergauf auf den Parkplatz zu schieben. Da gab es dann wilde Spekulation - aber nicht zum möglichen Fehler sondern über die Herkunft dieses seltsamen Vehikels. Zitat: "Heinz, komm ma gucken, dat is en VauWeeehhhh". Infolge dessen gab es dann eine Betriebsversammlung rund um den 412, der ausgiebig in Augenschein genommen wurde, und wir mussten jede Menge Fragen zum Fahrzeug beantworten. Ihr kennt das bestimmt auch: "Warum hat der 2 Auspuffrohre? Ist das ein echter VW? Wann wurde der gebaut? Hat der wirklich eine Einspritzanlage" etc. etc. ....

Nachdem wir Rede und Antwort gestanden hatten, dann die Schadensbehebung: "Wat macht er denn?" Auf meine Antwort "Der Anlasser will nicht" kam prompt: "Dann mach doch mal die Haube auf" und der Typ geht nach vorne - Klassiker! Ich habe dann von innen den Kofferraum entriegelt und der Monteur lupft die Haube. Er war recht verdutzt ob der vielen Gepäckstücke und musste sich - natürlich unter schallendem Gelächter der Kollegen - das Prinzip von luftgekühlt und Heckmotor nochmal vergegenwärtigen. Mir war klar, wo der Fehler lag und ich wollte den Wagen eben aufbocken, um an den Anlasser zu kommen. Aber dann bot man mir an, auf die Hebebühne in einer freien Montagebox zu fahren. Also die Kiste rüber geschoben, hochgehoben und dann mal das Kabel vom Anlasser abgezogen. Die Steckverbindung ist etwas ausgelutscht und hatte infolge des Wärmestaus beim Warten am Bahnübergang nach der langen Vollgasfahrt den Kontakt verloren. Also mal kurz mit der Zange gepitscht und alles war zum Erstaunen der Umstehenden wieder in Ordnung. Wir haben einen Zehner in die Kaffeekasse gesteckt und waren wieder flott.

Dessau haben wir dann nur im Durchfahren bewundert, wir hatten doch viel Zeit verloren. Also weiter über Köthen und Bernburg Richtung Harz. Ab Quedlinburg brauchten wir dann keine Karte mehr, da wir uns nach einem Urlaub Jahre zuvor in der Gegend auskannten. Also den Harz hinauf und auf der Westseite wieder runter. Leider hatte ich die Gelegenheit zur Übernachtung in Braunlage ausgelassen und weiter unten haben wir auf die Schnelle nix Adäquates aufgetan. Wir sind dann entlang der alten Grenze nach Bad Sachsa und haben da eine Pension gefunden.

ralle ddr1

 

Als ich nach dem Einchecken den 412 in den Hof fuhr, kam der Besitzer und hat mir erzählt, dass sein Bruder auch mal so einen hatte und wir kamen ins Gespräch. Die Pension war eine uralte Wasser-Mühle und schon seit mehr als 300 Jahren in Familienbesitz. Nach dem Krieg hatte man die vielen Zimmer für Flüchtlinge aus der "Ostzone" bereitgestellt und bis in die 60er-Jahre wurde das Anwesen so genutzt. Nachdem der Mahlbetrieb eingestellt war, hatte man dann um 1965 herum das Haus zur Pension umgebaut, was wegen der Lage neben dem Kurhaus wohl lange ein gutes Einkommen bescherte.

Leider war die Einrichtung der wirklich großen Zimmer noch in Erstausrüsterqualität, hatte aber auch seinen Charme. Morgens beim Frühstück, wir saßen noch nicht ganz, spricht mich ein älterer Herr quer durch den Raum an: "Ist das Ihr 412 ? So einen habe ich früher auch gefahren, schön nochmal einen zu sehen." Es stellte sich heraus, dass der gute Mann pensionierter Polizist und sein 412 ein Dienstfahrzeug war. Er hatte so viele Fragen und Geschichten, dass meine Frau irgendwann anregte, wir 2 Männer sollten doch zusammen frühstücken, Sie könnte ja dann mit seiner Gattin zusammen sitzen und plaudern....

Irgendwann konnte ich mich dann loseisen und nach dem Packen den 412 für das letzte Teilstück vorbereiten. Dabei sind wir dann über Duderstadt nach Uslar und dann durch den Solling nach Höxter. Weiter über Brakel und Bad Driburg nach Paderborn, wo mein Schatz dann genug von der Landstraßentuckerei hatte und so ging es von da in 2,5 Stunden über die Autobahnen im Ruhrgebiet nach Hause.

War ein netter Trip, der 412 hatte bis auf die Sache in Dessau alles brav mitgemacht und wir hatten mal wieder viele nette Leute kennengelernt.

Tja, wenn einer eine Reise tut dann kann er was erzählen! Im Mai 2017 waren wir wieder in Berlin, diesmal hin über die Autobahn, dafür zurück in 2-3 Tagen durch den Spreewald nach Dresden, Gera, Erfurt.........

greetz Ralle

 

Urlaubstrip mit dem 412 nach Kalabrien im Jahr 2001

Das Auto war just vor dem Sommerurlaub im Juni 2001 geschweißt und lackiert worden, der Zusammenbau war unter Zeitdruck ein wenig hektisch geraten. Am Tag unserer Abreise habe ich dann noch schnell die Antriebswellen getauscht und anschließend die Kiste bis unters Dach vollgepackt. Meine Tochter war 6 Jahre alt und entsprechend viel Kram und (Strand-)Spielzeug musste mit. Ich selbst bin Kiter und wollte im Urlaub mal das Kitesurfen ausprobieren; also kamen auch noch eine Menge Kites und das Board mit. Zwischenübernachtung war nicht geplant, wir wollten nachts los und durchfahren.

Gegen 23 Uhr sind wir dann aufgebrochen und nach den ersten vorsichtigen 100 Kilometern in Richtung Koblenz und viel "Hineinhorchen" bei max. 120 km/h war ich mir sicher, dass alles ok war und habe die Kiste laufen lassen - 140 km/h sind doch auch eine schöne Reisegeschwindigkeit. Kurz vor Hockenheim dann war der erste Tankstopp fällig und kurz nach 02 Uhr stand ich an der Zapfsäule des gleichnamigen Rastplatzes und habe vollgetankt. Noch schnell bezahlt und dann weiter...

Aber die Kiste wollte nicht mehr anspringen, schöne Shice! Erstmal von der Tanke bis zum Parkplatz geschoben und dann mal schauen! Wat hat er? Stauwärme??

Logisches Denken war angesichts meiner weinenden Tochter und nervösen Frau nur bedingt möglich. Packen wir mal alles aus und gucken in den Motorraum, ist bestimmt was ganz banales. Nach einem halben Stündchen Rumeiern und fast schon aufgegeben haben wir dann den AvD angerufen - ein Hoch auf unsere Mitgliedschaft ! - und noch 30 min später kam dann ein junger Mann mit einem Abschleppwagen, der sofort den Vari an den Haken nehmen wollte. Den habe ich dann ausgebremst und schlagartig setzte auch der normale Verstand wieder ein: wir haben dann zusammen mal die Zündung geprüft - war ok. Dann noch dies und das nachgeschaut, bis es mir schwante: kein Sprit! Mal eben die Ringleitung geöffnet, gestartet und es kam NICHTS! Dann zur Ursachenforschung: Pumpe defekt? Sagt der Pannenhelfer: "Schon mal die Sicherungen gecheckt?" In den Schaltplan geschaut und ja, da war der Fehler: wir hatten eine große elektrische Kühlbox mit für den langen Trip und die bezog Ihren Strom aus dem Zigarettenanzünder. Der wiederum liegt auf der gleichen Sicherung wie die elektrische Benzinpumpe und der hohe Anlaufstrom beim Starten in Zusammenhang mit dem hohen Stromverbrauch der Kühlung war zu viel für die kleine Sicherung! Also die mal eben getauscht und schon lief die Kiste wieder!! Dem freundlichen Helfer ´nen Zwanni in die Finger gedrückt, alles wieder eingepackt und weiter Richtung Süden. Nur ja die Kühlbox nicht wieder einstecken! An der Schweizer Grenze eine Vignette geholt und dann durch den Gotthardtunnel. Auf der anderen Seite gab es leider ein fürchterliches Gewitter, mehr als 60 km/h waren zeitweise nicht drin und dabei hinten links die Chromschwinge vor dem Radkasten verloren und das erst in Italien bemerkt, egal - weiter Richtung Adria. Nach diversen Tankstopps dann große Pause in Rimini inklusive Strand- und Restaurantbesuch mit dem Gefühl "Wir haben es bald geschafft".

Zog sich aber noch viele hundert Kilometer bis Mirto Crosia und die letzte Stunde in der Dämmerung über Land war ein Kulturschock - nur noch Bekloppte unterwegs: Fahren die hier alle so?? Ich wollte mich anpassen, aber da waren meine Frauen zu ängstlich zu. Also Ruhe bewahren und kurz vor 22 Uhr waren wir dann endlich am Ziel unserer gut 2.200 km langen Fahrt. Unsere Unterkunft war eine Ferienwohnung im Hause des Vaters eines Freundes - Papa Mazza wartete bereits seit Stunden auf uns. Es gab ein großes Hallo und dann bin ich erstmal ins Bett gefallen.......

Sonntag morgen erstmal Orts- und Strandbegehung, alles wunderschön und kaum Touristen. Aber dafür Familienanschluss und ein abgeschirmter Parkplatz für das Schätzchen. Papa hat uns das Dorf gezeigt und wir waren zum Essen eingeladen, Mama Mazza hatte soviel gekocht, daß sich die Tische bogen....

Nach 2 Tagen Strandurlaub dann die Idee: wir fahren in die Berge! Die Sila ist bis 1.700 m hoch und im Winter wird da sogar Ski gefahren. Entsprechend steiles und unwegsames Gelände, durch das kleine kurvige Straßen zu herrlich gelegenen Dörfchen führten, was will man mehr? Mittags haben wir Rast an einem glasklaren See gemacht und sind da schwimmen gegangen. Beim Verlassen des Parkplatzes dann der Supergau: gerade erst in den 3. Gang geschaltet, tat es einen heftigen Schlag und die Kiste steht "schief". Wat war dat denn?? Es gab kein Loch in der Straße, da lag auch kein Stein...

Als ich dann vorne rechts mal unter den Radkasten schaute, die bittere Erkenntnis: unterer Federteller gebrochen, Feder nach unten durchgeschlagen, liegt innen am Rad und schleift daran, Bremsleitung gequetscht! Erstmal alles im Auto inkl. meiner beiden Damen nach hinten links verfrachtet um vorne zu entlasten und dann vorsichtig 2 km weiter bis zu einer kleinen Pizzeria gerollt, wo wir eh essen gehen wollten. Guter Rat war jetzt teuer. Sollen wir den AvD nochmal anrufen? Nee, lieber nicht, die schicken bestimmt jemand aus Cosenza (die Bezirkhauptstadt und nochmal eine gute Autostunde in die falsche Richtung). Der spricht dann bestimmt weder Deutsch noch English und nimmt die Kiste mit nach, ja wohin denn? Und wie kommen wir dann wieder nach Mirto und Papa Mazza?? Und was soll ein 412 in einer italienischen Werkstatt? Ersatzteile kriegen die doch eh nie aufgetrieben. Nein, wir behalten das Heft des Handelns in der Hand! Also die Feder mit Draht möglichst vom Rad weg gesichert und erstmal irgendwie wieder runter ans Meer. Das hat dann mangels Bremse im 1. und 2. Gang mehr als 3 Stunden gedauert (für gut 60km) und auf halber Strecke war ich froh einen T2-Bus mit Euskirchener Kennzeichen wieder zu treffen, den wir morgens bergauf schon kennengelernt hatten. Der hat mich dann nach hinten abgeschirmt vor all den hupenden Einheimischen und nach unten begleitet. Irgendwann waren wir tatsächlich sicher an der Unterkunft und ich durfte den Vari im Hof unter Papa´s Zitronenbäumchen parken und aufbocken.

it 1

 

Dann in die Telefonzelle (bin bis heute Mobilverweigerer!) und den besten Kumpel angerufen: "Tach Mick, geh beim Rene vorbei, bau mir vom Schlachtwagen (wat´n Glück das wir einen haben) das rechte Federbein aus und schick mir das mit UPS".

Abends dann im Hof bei Papa Mazza war es wieder sehr gesellig mit den Nachbarn und ich mußte mir jede Menge Sprüche anhören. Die wurden in den nächsten Tagen immer lauter und derber - "Fahr mit dem Zug nach Hause und komm nächstes Jahr wieder die Kiste abholen... ". Tatsächlich brauchte UPS 6 Tage, bis das Federbein eintraf und in der Zwischenzeit haben wir Strandurlaub gemacht. Meine Tochter fand es toll, hatte schnell Spielgefährten und wurde morgens und abends von Papa mit seinem Ape inkl. allen Prölls zum Strand und retour gekarrt, die beiden Alten mussten laufen! Als das Federbein dann endlich eintraf.......

.....fing es an zu regnen. Aber dann habe ich mit einem der Nachbarn - man nannte Ihn "Specialist" - in 2 Stündchen das Federbein montiert und am nächsten Morgen noch in der Werkstatt 2 Straßen weiter die Bremse entlüftet. 

it 2

Für 10 Tacken die Kiste noch waschen lassen - von Hand innen und außen - und dann wieder ab in die Berge! Schließlich waren wir ja nicht überall gewesen wo wir hin wollten. Die Italiener haben mich für bekloppt erklärt......

Der Vari aber hat uns dann kreuz und quer durch Kalabrien kutschiert, herrliche Landschaften und tolle Strände, und bei jeder Tour haben wir eine Wagenladung voller Kanister mit frischem Quellwasser aus den Bergen für die ganze Nachbarschaft mitgebracht - da standen die drauf (und werden wissen warum).

it 3

Eine knappe Woche später war dann auch schon der Urlaub vorbei und wir sind diesmal auf der tyrrhenischen Seite wieder Richtung Heimat. Kurz mal in Neapel angehalten, zum Vesuv geschaut und nach einer großen Pause irgendwo an der toskanischen Küste über Genua Richtung Schweiz. In Mailand haben wir uns verfahren, standen Samstags nachts gegen Mitternacht auf einmal mitten auf der Partymeile. Aber dann doch nach einer kleinen Schleife ab nach Hause. Restaurants auf Rastplätzen machten vor unserer Nase zu und so ging es ohne Futter wieder durch den Gotthardtunnel. Die Damen schliefen und erst in Luzern gab es was zu essen. Als wir morgens um 05:30 Uhr am Baseler Autobahnkreuz ankamen gerieten wir in einen Stau. Leider standen wir da stundenlang wegen eines tödlichen Unfalls und es dauerte bis nach 08 Uhr bevor wir weiter konnten. Dann kurz gefrühstückt und die paar Kilometer von Basel nach Hause auf einer A....backe abgeritten.

Alles in allem knapp 5.500 Kilometer in 2 Wochen und das unter Volllast - brave Karre!

Papa ist jetzt über 80, der "Specialist" leider schon nicht mehr unter uns. Der kaputte Federteller hat ein Ehrenplätzchen in meiner Halle bekommen! 

it 4

 

 

 

 

 

Volkswagen "Ultima edition"

Sonderserie der letzten 3000 Käfer

Erstzulassung: 2005

1600 cm³, Digifant-Einspritzer

46 PS, Euro 3 Kat

Farbe: Azyl blue (entspricht original Diamant blau)

produziert in Puebla, Mexiko

eric

Im Jahre 2003 wurde die Produktion der Käfer in Mexiko eingestellt, auch weil Taxen nur noch mit vier Türen zugelassen wurden und nicht mehr das beliebte Käfer-Modell benutzen durften. Als Sonderserie wurden jeweils 1500 Käfer in Blau und Beige gebaut. Ein deutscher Ingenieur, der in Mexiko arbeitete, bot im Internet an, Exemplare dieser letzten Serie zu kaufen. Sie wurden von Vera Cruz nach Zeebrügge verschifft. Weil eine Kontrollleuchte für den Katalysator fehlte, konnte der Käfer in Deutschland nicht zugelassen werden. Nach einer Protestwelle erteilte der bayerische Ministerpräsident Stoiber eine Sondergenehmigung für das deutscheste aller Autos. Nach Anmeldung in Deutschland wurde das Fahrzeug in den Niederlanden zugelassen. Hier gibt es nur zwei Originalfahrzeuge (mit benachbartem Kennzeichen 03-PS-XV und 04-PS-XV). Der Besitzer ist zugleich Mitglied im Club "Ultima-edition e.V." in Mönchengladbach.

Wie gut die Erinnerung an den alten Käfer gelingt, zeigt der viel gehörte Kommentar: "Der ist aber schön restauriert."

Besitzer: Eric

 

 

 

 

 

 

Sparkäfer

 

Volkswagen Typ 11

1200er  Sparkäfer, kansas beige

Erstzulassung, 14. Juni 1971

Motor 34 PS, 1184 cm³

sparkäfer

 

Dieses Auto wurde aus zweiter Hand erworben, nachdem es über 3 Jahre in einer Wellblechgarage im Heinsbergerland auf neue Pfleger wartete. Weil dieses Auto in den 70ern als preiswerter Gebrauchsgegenstand angeschafft wurde, haben wir ihn BESTIMMUNGSGERECHT instandgesetzt, um auch Patina und Gebrauchsspuren dem Alter entsprechend zu erhalten. Es wurde deshalb bewusst auf eine perfekte Vollrestauration verzichtet. Nach über 300 schweißtreibenden Arbeitsstunden wurde das Fahrzeug beim TÜV zur Begutachtung für Oldtimer vorgeführt. Die Gesamtnote 2 wurde abschließend von amtlicher Stelle dokumentiert. Bei dem Alter und Charme, welchen dieser kleine Wagen versprüht, würde selbst eine amtliche 1 keinen wirklichen Mehrwert für den echten Liebhaber bedeuten. Oldtimer sind halt keine Neuwagen und dürfen daher auch ehrliche Gebrauchsspuren tragen. Entgegen vieler ?vollrestaurierter? Artgenossen riecht der Käfer von innen - auch nach über 45 Jahren - immer noch original nach Käfer! Und genau diesen käfertypischen Geruch möchten wir auch weiterhin erhalten.

Das Fahrzeug befindet sich im Originalzustand und ist erst ca. 65.000 Km gelaufen. Dies belegt eine umfangreiche Akte, welche den ?Lebenslauf? des Sparkäfers detailliert wiedergibt, was für einen Käfer eher schon sehr selten ist. Die Chronik fängt an mit der originalen Kaufrechnung beim VW Händler ... Die zwei Extras an diesem Fahrzeug, die wohl nur ein Sparkäferkenner sieht, sind bereits in der Kaufrechnung als Mehrausstattung mit knapp 40 DM aufgeführt und wurden ab Werk geliefert. Es wurde übermittelt, dass der Käufer des Sparkäfers erst am 22. Juli 1971 die roten Kokusfußmatten vom Volkswagen Händler erhielt. Warum er fünf Wochen auf den Schutz der Gummimatten warten musste, wird sein Geheimnis bleiben! Dieser nette Weggefährte ist langfristig zur Abgabe in eine neue sympathische Pflegefamilie mit guten Sparkäfer Kenntnissen bestimmt (also nicht für Seelenverkäufer).

Besitzer: Peedy

 

 

 

 

 

 

Käfer 1303 LS

Volkswagen Typ 13,

Käfer 1303 LS "Totalumbau Offen"

Das Zulassungspapier ist wegen diverser Änderungen doppelseitig.

Erstzulassung 29.05.1974

VW GTI Motor 4 Zylinder Reihe mit K-Jetronik

Leistung & Höchstgeschwindigkeit: OK! 

peedy2

Dieses Auto wurde zwischen 1989 und 1991 komplett zerlegt und handwerklich etwas verändert.

Es sollte einfach nur ein Käfer-Cabrio werden, das auch etwas schneller kann. Soweit die damaligen Überlegungen. Da in der Jugend noch keine Gedanken an Kinder waren, sprach also nichts gegen einen reinen Zwei-Sitzer.

Mit neuen Ersatzteilen aufgebaut, wurde der Käfer dann 1991 ohne Dach und geändertem Motor wieder zugelassen. Dank der zuverlässigen Technik ist das Fahren dieses Autos immer wieder ein Vergnügen, auch wenn der Lack die eine oder andere Kampfspur davongetragen hat.

Besitzer: Peedy

 

 

 

 

Volkswagen Typ 15

 

US Version : seit 1971 mit Katalysator ausgestattet
Erstzulassung: Mai 1978
1584 cm³, 50 PS
L-Jetronik Einspritzanlage Bosch
Höchstgeschwindigkeit: 135 km/h
Innenausstattung und Dach in Creme

wolfgang

 

Auf der Suche nach einem Jet-Ski-Verleih in der Stadt Enfenada, südlich von L.A., stand dieser sonnenverblichene Käfer am Straßenrand zum sofortigen Verkauf. Der Preis betrug 4300 Dollar: ein Schnäppchen. Der Kauf war kein Problem, der Transport nach Europa dagegen schon. Er erforderte einen zusätzlichen dreitägigen Hotel-Aufenthalt und die persönliche Überführung zur Verladestation in L.A. Aufgrund der Bekanntschaft mit dem Verlademeister konnte dieser Akt genau überprüft werden, auch, ob das extra dafür gebaute Holzgestell seine Funktion erfüllt. Alles klappte und der Meister freute sich über eine Flasche Rum. Nach sechs Wochen Schiffsroute via Japan konnte das Cabrio in Bremerhaven abgeholt werden und fuhr seinen neuen Besitzer problemlos nach Geilenkirchen. Jetzt fühlt es sich im Grenzland pudelwohl.

Besitzer: Wolfgang

 

 

 

Der Samtrote

Volkswagen 1200 L

34 PS Boxermotor

Sondermodell "samtrot"

Erstzulassung: 14.9.1984

samtrot paul

Der Samtrote ist das vorletzte Sondermodell, bevor der Verkauf des Käfers in Deutschland 1985 eingestellt wurde. Der seit 1967 bewährte 34-PS-Motor erhielt die Ausstattung der 70er Jahre: z.B. beheizbare Heckscheibe, "Nieren"-Lüftung hinten, ohne VW-Emblem auf der Haube, Blinker in der Stoßstange, hydraulische Trommelbremsen, Lenkrad mit Wolfsburg-Wappen.

Das Sondermodell wurde schon damals als Nostalgie-Käfer angepriesen, um alte Fans zu mobilisieren, insgesamt sind es dann knapp 3000 geworden. Die rot-blaue Farbgestaltung bestimmt das Erscheinungsbild: rote Velours-Sitzbezüge mit blauen Streifen, blaue Zierstreifen unterhalt der Chrom-Zieleiste, überhaupt glänzt viel Chrom, aber vor allem zeichnet sich das Modell durch das charakteristische Blumen-Ornament aus, das Erkennungsmerkmal der noch wenigen Exemplare, die es gibt.

abwracken Im Jahre 2009, zur Zeit der unsinnigen Abwrack-Prämie, stand dieses Exemplar einsam, verlassen und etwas verwahlost auf dem Hof eines Gebrauchtwagenhändlers, der sich unheimlich freute, es an einen Herby-Freund verkaufen zu können. Der solide Motor erfreute sich guter Gesundheit, es waren aber einige, vor allem ästhetischen Erneuerungen nötig (Bremsen, Fenster-Dichtungen, Stoßdämpfer, Türverkleidung, Lackkorrekturen). Nun dient der Samtrote wieder als zuverlässiges Alltagsfahrzeug und als rollender Widerstand gegen die staatliche Ex-und-Hopp-Ideologie, funktionierende Dinge zu verschrotten, um die Autoproduktion anzuheizen. Wir bewahren Kulturgüter, statt sie zu zerstören!

 

Da serienmäßig kein Radio eingebaut war, erhielt der kleine Mexikaner noch das zeitgemäße Kassetten-Radio Blaupunkt Mannheim, das nun Kassetten mit dem Sound von 1984 schluckt. Nun gut, die schrecklichen 80er geben nicht viel her, aber mit den Talking Heads, Violent Femmes, Prince, Ramones, Japan, John Mellencamp oder den Rodgau Monotones kann man gelassen oder beschwingt durch die Stadt gleiten.

Besitzer: Paul

 

 

Jeanskäfer

 

1200er Jeanskäfer

Erstzulassung: 18.10.1973

Hubraum: 1184 ccm

PS: 34

Vorbesitzer: 6

Oldtimergutachten mit Zustandsnote 2 im November 2014

 

 

aloys

Am 18.10.1973 wurde der Käfer in der Jeansausführung erstmals nach Düsseldorf ausgeliefert und zugelassen. Nach sechs Vorbesitzern kam der Käfer nach einer Restauration, die behutsam durchgeführt wurde, am 04.11.2014 zu mir.

Bei der Restauration wurde die Karosserie von außen komplett vom Lack befreit und originalgetreu in Originalfarbton lackiert und alle Hohlräume mit Wachs konserviert. Da der Innenraum in einem guten, gebrauchten Zustand war, wurde hier auf eine Lackrestauration verzichtet. Alle Teile der Innenausstattung wurden erneuert. Der Motor wurde zerlegt, gereinigt, mit neuen Lagern versehen und abgedichtet. Die Vorderachse wurde zerlegt, sandgestrahlt und lackiert. Die Bremsen wurden komplett mit Neuteilen versehen. Die Schweißarbeiten am Unterboden hielten sich in Grenzen, da der Wagen die letzten Jahre in einer trockenen Scheune gestanden hat. Die oben aufgeführten Arbeiten wurden in einer Kfz-Meisterwerkstatt durchgeführt.

Laut Fahrzeugbewertung für Oldtimer vom 25.11.2014 befindet sich der Käfer im Zustand 2.

Besitzer: Aloys

 

 

Der Kölner

 

inga feld

 

Volkswagen 1302

 

Erstzulassung 29.10.1971

34 PS

Sitze und Innenraum:

Cremeweiß mit original Patina und unwiderstehlichem Nostalgiegeruch

 

mit internationaler Geschichte:
von Stolberg 1995 nach Holland, 2017 wieder ins Rheinland,
wohnt jetzt in Köln.

Besitzerin: Inga

 

Der Rheinländer in niederländischer Landesfarbe und mexikanischem "Herz" hat eine lange internationale Geschichte mit mindestens sechs Vorbesitzern.

Im Oktober 1971 wurde er - wie seine übrigen luftgekühlten Artgenossen - in Wolfsburg gebaut und über Köln nach Aachen überführt, wo er anschließend in Stolberg auf seine Erstbesitzerin traf. Selbige ältere Dame wohnt immer noch dort und staunte nicht schlecht, als eines Tages, es war im April 2017, ein Telefonanruf aus Köln sie ereilte. Man hatte in den Niederlanden einen kleinen orangefarbenen Krabbelkäfer gefunden und ihn in die schöne Rheinmetropole überführt. Dass man ausgerechnet auf sie als Erstbesitzerin kam, ließ sich aus den alten Autopapieren und Werkstattzeugnissen erfahren.

Wie sehr sich die Dame freute, dass ihr alter Wagen noch immer luftgekühlt mit kölschem Wind um die Nase durchs Rheinland tuckerte. Was sie nicht wusste, klein "Karli" hatte bis dahin schon eine lange Reise hinter sich.

Ein lückenloser Lebenslauf ist leider nicht erhalten, jedoch fand man bald heraus, dass der kleine Wagen 1995 von einem Holländer gekauft und nach Middelburg in Zeeland exportiert worden war. Nach einigen Besitzerwechseln fand man ihn im schönen Ferienörtchen Westkapelle, wo er, noch nicht im Ruhestand, als fahrendes Reklameschild und Blickfang für einen kleinen Laden diente.

Die Kölnerin, die ihn dort fand, adoptierte ihn und nahm ihn wieder mit ins Rheinland. Nach über 22 Jahren Seeluft um die Schnauze und Sand in allen Poren der Fußmatten hat er in der Domstadt eine neue "alte"  Heimat gefunden.

 

 

 

 

 

 

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